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22 julio 2014

RELATOS ACOTADOS Y FANTÁSTICOS SOBRE EL CONSUETUDINARIO DEVENIR DE LA VIDA EN AUSTRIA

Tres balas en Sonnwendgasse

Las tardes calcinantes



Con la valentía a cuestas
como cualquier otro ciudadano
en tórridas fechas
arremeto ahora mismo
contra esa capa extensa
de sueño soporífero
de tizón enfurecido ...
no sé para qué.

Puede ser posible
que los días sigan transcurriendo
-me afirmo-
entre el optimismo
de una refrescante brisa
osada ella
hasta sentirse héroe
por sólo balancear las cortinas
de mi cuarto hirviente.

Chocan las olas en la playa
acarician los ríos en la cumbre
los cantos de su lecho.
Mas ... dónde están
sino allá, lejos.

Blasfeman los cuellos
gotas grasientas
cual ardientes esputos
al torrado rostro de Satán.

Es la aplastante repelencia
de un castigo
al que llaman clima.

19 julio 2014

Draculinchen und die gelsengeplagte Dame



(Eine Erzählung von Vera Krutisch. Für meine liebe Freundin Brigitte Kloiber)

      Draculinchen gehörte der altehrwürdigen Gattung der Microchiroptera an -oder einfacher gesagt- er war eine Fledermaus. Getauft wurde er ursprünglich auf den gewichtigen Namen "Dracula", da seine Eltern seit jeher eine unwiderstehliche Vorliebe für jenen transsilvanischen Grafen hatten, der sich nächtlings in eine Fledermaus verwandelte und sich dann leicht durch die Lüfte von Mensch zu Mensch schwang, um sich am Blut seiner unglücklichen Opfer zu laben. Seine in der Nacht angenommene majestätische Gestalt, die den Grafen Dracula ebenso berühmt wie berüchtigt gemacht hatte, erweckte ganz allgemein große Ehrfurcht unter den Fledermäusen und so war es nur natürlich, dass sich Draculinchens Eltern keinen besseren Namen für ihren geliebten einzigen Sohn vorstellen konnten als "Dracula". Dennoch waren es seine Eltern, die dem Fledermauskind nur allzu bald jenes bagatellisierende Diminutiv verpassten, das ihn von da an sein ganzes Leben lang begleiten sollte. Draculinchen war nämlich klein. Schon bei seiner Geburt reichte sein Gewicht kaum an die Untergrenze dessen heran, was von einem Fledermausbaby gemeinhin erwartet wird und auch später blieb er immer noch eher schmächtig im Vergleich zu seinen Altersgenossen. Zum Teil lag das vielleicht auch daran, dass seine Ernährung meist dürftig war, nachdem ihn seine Mutter abgestillt hatte. Nicht, dass es in seiner Heimat Barcelona, der großen Stadt am Mittelmeer, nicht genügend Insekten gegeben hätte, besonders in Strandnähe, wo er mit seinen Eltern wohnte. Das Problem lag vielmehr daran, dass er sich bei der Nahrungsbeschaffung als wenig effizient erwies. Vor allem was die Entwicklung seiner Flugkünste anbelangte, war nicht abzustreiten, dass sich seine Talente als nur mäßig bis mangelhaft erwiesen. Anfangs nahm sich sein Vater der Ausbildung des damals noch als hoffnungsvoll betrachteten Sohnes an, doch nach zahllosen gescheiterten Versuchen und Bruchlandungen übermannte ihn die Enttäuschung. Er schrieb das Kind schließlich als ungeschickt ab und überließ es der Mutter, die sich ihm mit unsäglicher Geduld widmete und dennoch nur sehr spärliche Erfolge verzeichnen konnte.

      Dann kam Draculinchen ins Schulalter und von da an waren es die Lehrer, die ihre liebe Müh und Not mit ihm hatten. Man konnte nicht behaupten, dass Draculinchen nicht agil genug gewesen wäre. Er wog ja auch beträchtlich weniger als andere junge Fledermäuse und hätte daher eigentlich keine Schwierigkeiten beim Fliegen haben sollen. Das Problem lag vielmehr daran, dass er an chronischer und stark ausgeprägter Konzentrationsschwäche litt. Oder um es noch genauer zu sagen, er konzetrierte sich zu sehr auf zu Vieles gleichzeitig. Während andere Fledermäuse ihre ungeteilte Aufmerksamkeit dem Empfang der von ihnen selbst zur Orientierung ausgesendeten Ultraschallwellen zuwendeten und sozusagen alle anderen Geräusche vollkommen aus ihrem Bewusstsein ausklammerten, hörte Draculinchen auf alles, was sich in seiner Umgebung ereignete. Auf den Verkehr, auf die Menschen, auf das Rascheln der Blätter im Wind, auf das Rauschen der Abwässer in den Kanälen, auf das Summen der Außengeräte der Klimaanlagen, und ganz allgemein auf die tausendundein Geräusche, die eine Großstadt eben so erzeugt. Dass er unter dieser Überfülle von Informationen auf den Empfang seiner eigenen Ultraschallwellen schlicht und einfach vergaß, konnte wohl niemanden verwundern. Und so segelte er größtenteils orientierungslos durch die Lüfte, bis irgendein hartes Hindernis seinen Flug brüsk einbremste und ihn in irgendeine nicht beabsichtigte Richtung trieb. Andererseits konnte man nicht bestreiten, dass Draculinchen ein überaus wissbegieriges und intelligentes Kind und seinen Altersgenossen auf intellektueller Ebene weit überlegen war. Seine uneingeschränkte Überaufmerksamkeit auf jedes einzelne Detail seines Lebensumfeldes lehrte ihn Vieles, was den anderen Fledermauskindern aufgrund ihres Desinteresses völlig unbekannt blieb. Doch das nützte Draculinchen beim Fliegen in praktischer Hinsicht herzlich wenig. Unzählige Male stieß er an Laternenpfähle, verfing sich in elektrischen Drähten und Bäumen und prallte sogar unsanft gegen Hauswände, sodass er mit dicken Beulen am Kopf von der Schule nach Hause zu kommen pflegte. Man hätte meinen können, er würde ununterbrochen mit anderen Fledermausjungen raufen, doch das war keinesfalls so. Seine Schulkollegen brachten ihm ein gewisses Wohlwollen entgegen, denn schließlich bildete er für sie eine unversiegbare Quelle der Heiterkeit, auf die sie nur ungern verzichtet hätten.

      Als sein zweites Schuljahr zu Ende ging und er seinen Eltern sein mit Fünfern gespicktes Zeugnis übergab, beschlossen diese, einen Nachhilfelehrer einzustellen, der seine ungeteilte Aufmerksamkeit und alle seine pädagogischen Kenntnisse ausschließlich in den Dienst dieses einzigen und inzwischen von allen anderen als hoffnungslos abgeschriebenen Schülers stellen sollte. Zu dieser Zeit war es, als Draculinchen in der Flugschneise seines Nachilfelehrers im Viertel Sant Martí seiner heimatlichen Stadt Barcelona nächtliche Runden drehte. Die gewöhnlich beflogene Route führte den Lehrer und seinen unbegabten Schüler durch eine Straße, die La Llacuna genannt wurde, was "Die Lagune" auf Katalanisch bedeutet. An dieser Stelle verlief nämlich früher einmal, vor undenklichen Zeiten, eine Lagune und obwohl davon inzwischen nichts mehr zu bemerken war, erinnerte die dort noch dichte Gelsenbevölkerung, die sich des Nachts lautlos, aber deshalb nicht weniger aggressiv auf alle Vertreter der Menschengattung stürzte, an die ursprüngliche Geländeform dieses Stadtteils. Der Lehrer hatte diese Straße absichtlich gewählt, weil er dachte, bei so vielen Gelsen musste Draculinchen doch hin und wieder mal eins dieser blutsaugenden Insekten rein zufällig in den Mund fliegen. Er hielt dies aus pädagogischen Gründen für angebracht, denn wie allen Pädagogen hinreichlich bekannt ist, motiviert Erfolg die Schüler und der Fluglehrer legte großen Wert auf die praktische Anwendung der gängigen und zum jeweiligen Zeitpunkt allseits anerkannten akademischen Erkenntnisse. Darüber hinaus ließ er aber auch den Umstand nicht aus dem Auge, dass ein paar Gelsen im Munde Draculinchens, wenn er von seinen Flugstunden nach Hause kam, sein doch recht ansehnliches Honorar vor den zahlenden Eltern rechtfertigen würden.

      Trotz allem war Draculinchens Ausbeute an eingefangenen Insekten nicht besonders beeindruckend. Stattdessen kannte er bald alle Einzelheiten der Calle La Llacuna, jeden Baum, jede Laterne, jeden Balkon, aber sein Hauptinteresse galt einem menschlichen Wesen, das er öfter auf einem der Balkons ausnehmen konnte. Dieses Wesen fesselte ganz ungemein sein Interesse. Sehen konnte er es natürlich nicht, denn Fledermäuse sind ja bekanntlich blind, aber er bemerkte dank der Ultraschallwellen doch, dass es sich um einen ganz sonderbaren Menschen handeln musste, eine seltsame hagere, vielleicht sogar magere Gestalt, die ständig wild mit den Armen in der Luft herumzurudern schien.

      Bei diesem Wesen, dessen optische Erscheinung sich Draculinchens Wahrnehmungsvermögen entzog, handelte es sich um eine Dame in mittleren Jahren, die zwar nicht aus Barcelona gebürtig war, aber immerhin schon so lange dort gelebt hatte, dass sie sich weder so richtig zu ihrer Geburtsstadt Wien zugehörig fühlte, noch zu der Stadt Barcelona, die sie adoptiert hatte und doch an beiden Orten zu Hause war. Sie lebte mit ihrem Mann zusammen, der übrigens auch nicht in Barcelona geboren war, aber fast sein ganzes Leben dort verbracht hatte, sodass er inzwischen zu einem fest ansässigen Einwohner dieser Stadt geworden war und dieser ganz und gar angehörte, auch wenn er dies nicht wahrhaben wollte und keine Gelegenheit verpasste, sich über sämtliche mit Barcelona zusammenhängenden Aspekte zu beschweren und die Stadt, sowie deren Einwohner, in Grund und Boden zu kritisieren.

      Das Ehepaar wohnte bereits seit etwa neun Jahren in einem Apartment in der Calle La Llacuna, das es nicht so sehr aus einer erklärten Vorliebe für diesen Stadtteil heraus bezogen hatte, sondern hauptsächlich, weil sein Kaufpreis unter vielen fianziellen Opfern gerade noch erschwinglich war. Ob das überdurchschnittlich häufige Vorhandensein von blutsaugenden Insekten im besagten Wohnviertel in einem Zusammenhang mit dem relativ günstigen Preis des Apartments im Vergleich zu den sonst ganz allgemein absurd überhöhten Wohnungspreisen in der Stadt stand, wollen wir hier außer Acht lassen, da diese Debatte den Rahmen unserer Geschichte sprengen würde. Tatsache war, dass die Gelsen von Sant Martí der Dame das Leben zur Hölle machten. Schwer zu sagen, ob dieses lästige potentielle Vogelfutter dieser Frau wirklich unbarmherziger nachstellte als anderen menschlichen Wesen, oder ob sie einfach ein wenig überempfindlich war und auf ihre Peiniger heftiger reagierte. Ebenso wollen wir es uns hier ersparen zu analysieren, ob die ausnehmend schlanke Figur der Dame eventuell darauf zurückzuführen war, dass sie sich im fruchtlosen Versuch, die sie umgebenden Gelsenschwärme zu vertreiben, ständig in Bewegung befand, besonders wenn sie in den feuchtschwülen Sommernächten verzweifelt etwas Abkühlung auf ihrem Balkon suchte. Bei diesen Gelegenheiten wies sie mit ihren, sich stetig in voluminösen Kreisen rundum bewegenden, Armen eine gewisse Ähnlichkeit mit den berühmten Windmühlen aus La Mancha auf, die Don Quijote im Delirium seiner Persönlichkeitsspaltung für bedrohliche Riesen gehalten hatte. Kein Wunder also, dass sie Draculinchens Aufmerksamkeit erregt hatte.

      Ihr Mann, ein schon seit langer Zeit praktizierender Psychologe, hielt seine Frau für einen klaren klinischen Fall von Hysterie. Jedesmal, wenn sie von einer der allzeit gegenwärtigen Gelsen attakiert wurde und sich der Stachel einer dieser widerwärtigen Blutsauger in ihre empfindliche Haut bohrte, stieß sie einen spitzen durchdringenden Schrei aus, der ihren Mann zusammenfahren ließ.

–Nun stell dich doch nicht so an!- rief dieser dann verärgert aus, -Du schreckst mich noch mal zu Tode mit deinem Theater!-.

      Ob er nun Recht hatte oder nicht, seine Zurechtweisungen hatten jedenfalls zur Folge, dass sich seine Frau unverstanden und lieblos behandelt fühlte.

      Im Laufe der Jahre hatte sie das gemeinsame Schlafzimmer in eine Art militärischer Festung gegen die ständigen Angriffe der Gelsen verwandelt, die sie mit einer Reihe von Waffen abzuwehren versuchte, wie Gelsenstecker, Anti-Gelsen-Kerzen, Insektenspraydosen und zuweilen hatte sie sogar schon die Möglichkeit erwogen, ein paar fleischfressende Pflanzen anzuschaffen und neben ihrem Bett aufzustellen. Ihr Nachtkästchen war randvoll gefüllt mit einem umfangreichen Arsenal von Medikamenten gegen Insektenstiche. In bunter Vielfalt fanden sich dort Autan-Fläschchen, After-Bite-Stifte, Kortisonsalben und Antihistaminika-Tabletten. Zwar trug sie mit ihrer zwanghaften Ansammlung pharmakologischer Mittel ungemein zum blühenden Geschäftsgang der Pharmaindustrie bei, aber ihr Mann urteilte dies selbstverständlich aus psychologisch fundamentierten Gründen als nicht zu missdeutendes Anzeichen eines eindeutig obsessiven Verhaltens ab. Und dennoch war all dies nicht genug, um die ständig und hartnäckig geführte Guerrilla eindeutig zu Gunsten der gelsengeplagten Dame zu entscheiden. Mehr noch, es muss leider zugegeben werden, dass nicht zuletzt wegen der kein Ende nehmenden kriegsähnlichen Zustände der Haussegen des Öfteren schief hing.

      An einem dampfgeschwängerten siedend heißen Juliabend saßen die gelsengeplagte Dame und ihr Mann auf dem Balkon. Die Dame wedelte heftig mit ihrem Fächer, einserseits um sich ein wenig Kühlung zu verschaffen, andererseits um ihren persönlichen Feinden, den Gelsen, anzuzeigen, dass sie weiterhin kampfbereit war. Vor sich, auf dem Balkontisch, hatte sie ein hohes schmales Glas stehen, das zur Hälfte mit Eis und zur anderen Hälfte mit Cola gefüllt war und an dem sie von Zeit zu Zeit nippte, bis sie es schließlich fast geleert hatte und nur noch die Eiswürfelreste übrig waren. Beide rauchten Zigaretten, während ihnen der Schweiß aus allen Poren lief und sie hin und wieder einen gequälten Kommentar über die brütende Hitze und das unerträgliche Klima im Sommer an der spanischen Mittelmeerküste abgaben. Aus der Ferne wirkten sie wie zwei schemenhaft zu erkennende geisterhafte Gestalten hinter den verschleierenden Wolken des Zigarettenrauchs, der sich mit den Gelsenschwärmen vermischte, die sich zum Angriff rüsteten.

      Genau zu diesem Zeitpunkt traten Draculinchen und sein Privatlehrer ihren nächtlichen Flug durch die Calle La Llacuna an. Anfangs ging alles gut. Draculinchen ließ sich ungewöhnlich wenig vom Empfang der Ultraschallwellen ablenken und zog einige ruhige Schleifen mit bemerkenswerter Problemlosigkeit. Im Slalom schwebte er durch die Laternenpfähle, wich den Baumstämmen mit unglaublicher Behendigkeit aus und entzückte seinen Fluglehrer sogar mit ein paar gekonnten Loopings. In diesem euphorischen Augenblick führte sie ihre Route am Balkon der gelsengeplagten Dame vorbei. Gerade als Draculinchen vor einem Baum, der sich genau gegenüber des Balkons der Dame befand und ganz offenbar unter einem unglücklichen Stern geboren war, da er in seinem noch jungen Leben bereits zweimal von ebenso groben wie ungeschickten Lastwagenfahrern angefahren worden war, wovon tiefe Narben an seiner Rinde zeugten, seitlich abdrehen wollte, zog die heftig mit dem Fächer wedelnde Dame in fast magischer Weise seine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich. Nur für einen kurzen Moment ließ er den orientierenden Ultraschall ungehört an sich vorbeiziehen, doch selbst diese fast unmerklich geringe Zeitspanne war genug, um das folgende Unheil auszulösen.

      Draculinchens rechter Flügel stieß hart gegen den Baumstamm und dieser Zusammenprall trieb ihn in einer abrupten scharfen Linkskurve in senkrecht abfallene Richtung. Hinter ihm schrie sein Fluglehrer im Kommandoton,

–Rechten Flügel nach oben heben! Mit voller Kraft voraus! Geschwindigkeit reduzieren! Gleiten! Gleiten! Zur Achterschleife ansetzen! Rechten Flügel absenken! Zwei Grad nach rechts abdrehen! Nach rechts! Reeeechts!-

      Seine Stimme überschlug sich, doch da hatte Draculinchen bereits vollständig die Kontrolle verloren. Mit aller Kraft flatterte er angestrengt mit seinen Flügeln und versuchte im Segeln seine Flugbahn zu begradigen. Umsonst! Er merkte, wie sein Bauch über etwas hinwegkratzte, das sich wie eine metallerne Stange anfühlte, während er sich nun schon fast im freien Fall abwärts bewegte.

–Mayday! Mayday!- keuchte er gerade noch atemlos.

      Was dann geschah, daran konnte er sich später beim besten Willen nicht mehr erinnern. Die Impulswelle riß ihn gnadenlos mit sich, es wurde ihm schwindlig und dann versank er in einem unwirklich brausenden Rauschen, das ihn vollkommen einhüllte und eine vorübergehende Bewusstlosigkeit einleitete.

      Das nächste, dessen er sich gewahr wurde, war etwas Hartes, Kantiges, an dem seine Füßchen Halt fanden und woran er sich festklammerte. Sein Körper kam seitlich an einer kühlen glatten Wand zum Stillstand, während sein nach unten hängender Kopf -eine Position, die an sich für eine Fledermaus beruhigend normal war- gegen etwas unsagbar Kaltes und Hartes strich, von dem er sich nicht erklären konnte, was es war.

-AAAAhhhhhh! IIIIIIIhhhhh! – schrie die gelsengeplagte Dame auf.

-Eine Fleeeeeedermaaaaauuuus!-

-Um Himmels Willen!- rief ihr erschrockener Mann entrüstet aus,

-Nun stell dich doch nicht so...-.

      Hier erstarben die ärgerlichen Worte auf den Lippen seines halb offen stehengebliebenen Mundes. Wie vom Donner gerührt starrte er auf das Colaglas seiner Frau. Da hing doch tatsächlich eine Fledermaus im Inneren des Glases, an dessen Rand festgeklammert, während der Kopf des wehrlosen Tierchens wortwörtlich auf Eis lag! Nachdem er sich von seinem ersten Schreck erholt und sich die Erstarrung von seinen Gliedern gelöst hatte, zog er das Glas ungläubig zu sich heran und drehte es so, dass er den Inhalt im Schein der Anti-Gelsen-Kerze besser betrachten konnte.

–Eine Fledermaus.- stellte er schließlich mit Kennermiene und in fachmännischem Tonfall fest.

–Igittigitt! Eine Fledermaus!- stöhnte die gelsengeplagte Dame.

-Um Himmels Willen! Das ist doch kein Grund, gleich hysterisch zu werden! Nun stell dich doch nicht so an! Du treibst mich noch mal in den Tod, mit deinem Theater!- wies sie ihr Mann scharf zurecht.

–Das werde ich gleich haben. Die werfe ich hier runter.- fügte er mit überlegenem Gehabe hinzu, um sein eigenes vernunftbegründetes kohärentes Verhalten im Gegensatz zu den kopflosen hysterischen Anfällen seiner Frau gebührend glänzen zu lassen. Und schon stand er am Balkongeländer und holte mit dem Glas in der Hand zum Wurf aus, um sich des ungebetenen Gastes zu entledigen.

      Draculinchen war inzwischen wieder hellwach. Er zitterte vor Angst, denn bisher war er noch nie auch nur annähernd so nah an Menschen herangeraten. Verzeifelt versuchte er seine Flügel zu öffnen, aber das Glas, in dem er gefangen war, war zu eng und ließ kaum irgendwelche Bewegungen zu. Auch die gelsengeplagte Dame hatte nun ihre Fassung wiedererlangt.

–Warte mal!- sagte sie zu ihrem Mann, indem sie seinen Arm festhielt und sah neugierig ins Glas.

      Und als sie das verschreckte Tier so beobachtete, wie es angestrengt versuchte, sich aus seinem gläsernen Gefängnis zu befreien, da fühlte sie auf einmal Mitleid mit ihm. Plötzlich verspürte sie eine warme Welle unwiderstehlicher Zuneigung in sich aufwallen, was ein doch ziemlich beachtlicher Umstand war, da Menschen Fledermäuse gewöhnlich nicht gerade anziehend finden. Sie nahm ihrem Mann das Glas aus der Hand und zog das Fledermäuschen vorsichtig heraus. Da muss es wohl geschehen sein, als sich ihre eigene Zuneigung auf irgendeine nicht mit rationalen Erwägungen zu erklärende Weise auf das Tierchen übetrug. Draculinchen spürte, wie seine Angst in Händen dieses Menschen abzuklingen begann und schon nach einer ganz kurzen Weile fühlte er sich auf seiner Handfläche sogar so richtig wohl und geborgen. Die Dame trug ihn in ihr Schlafzimmer und hängte ihn behutsam an die Oberkante des Kopfendes ihres Bettes. Dann setzte sie sich vor ihn hin und redete auf ihn ein. Natürlich verstand Draculinchen kein Wort von dem, was sie sagte, aber er fand den Klang ihrer Stimme angenehm und beruhigend. Da er nach diesem Abenteuer keine gesteigerte Lust empfand, sich der Missbilligung seines strengen Lehrers auszusetzen und ihm die Vorstellung, seinen enttäuschten Eltern Rede und Antwort stehen zu müssen, durchaus nicht behagte, beschloss er, einfach hier bei diesem Menschen zu bleiben.

      Und so kam es, dass sich eine Fledermaus in das Haustier einer Menschenfrau verwandelte. Die gelsengeplagte Dame durchforstete das Internet nach Information über Fledermäuse und lernte alles Wissenswerte über diese Tiergattung. Es dauerte nicht lange, bis sie zur Einsicht gelangte, dass dieser ihr auf so unglaubliche Weise zugeflogene Insektenfresser ein wahres Geschenk des Himmels war. Fortan trug sie ihn ständig mit sich herum, weil sie bald feststellen konnte, dass er viel wirksamer gegen die quälenden Gelsen war, als alle anderen Mittel, die sie im Lauf der Zeit mit nur mäßigem Erfolg ausprobiert hatte. Aber auch Draculinchen wurde sich bald darüber bewusst, dass seine Existenz an der Seite der gelsengeplagten Dame das reinste Leben im Schlaraffenland für ihn bedeutete. Er musste nun keine unglücklichen Flugstunden mehr in Kauf nehmen, um Futter zu suchen. Nein, die Gelsen, welche die Dame fast ununterbrochen umschwärmten, flogen ihm direkt in den Mund, wie im Schlaraffenland die gebratenen Tauben dessen Bewohnern in den Mund geflogen waren. Zum ersten Mal erfuhr er, wie es sich anfühlt, wenn man sich überfressen hat. Er lernte, sich an den Haaren der freundlichen Dame –zumindest zu ihm war sie nämlich immer freundlich– festzukrallen und genoss die ihm zugefallene Rolle des ständigen Begleiters.

      Draculinchen und die Dame, die nun nicht mehr so sehr von den Gelsen geplagt wurde, verband bald eine innige Freundschaft. Es war mehr als nur eine Symbiose, die sich zwischen ihnen gebildet hatte. Sie waren tatsächlich ein Herz und eine Seele geworden. Draculinchen konnte nun endlich die Schuldkomplexe ablegen, die ihm bis dahin das Leben vergällt hatten. Endlich gab es jemanden, der ihn nicht bloß für einen Versager hielt, oder einen Schmarotzer, den man durchfüttern musste, weil er selbst nicht dazu fähig war, sich zu ernähren. Er fühlte sich nun endlich bedingungslos akzeptiert, einfach so, wie er eben war. Die Dame dagegen genoss die Ruhe und den Frieden, die in ihr Leben eingekehrt waren, seit sie sich nicht mehr ununterbrochen auf der Jagd nach den Gelsen befand. Sogar ihr Verhältnis zu ihrem Mann besserte sich, weil sie nun nicht mehr so häufig durchdringende spitze Schreie ausstieß. Ihr Mann war heimlich davon überzeugt, dass es seinen Therapien zuzuschreiben war, dass seine Frau nun doch noch ihre Hysterie überwunden hatte. Nur manchmal kam es jetzt noch zu bösen Worten zwischen den Eheleuten und diese waren – um ehrlich zu sein - darauf zurückzuführen, dass der Ehemann der Dame -tief im Innersten und natürlich nur ganz heimlich- ein wenig eifersüchtig auf Draculinchen war. Und –um noch ehrlicher zu sein– so ganz grundlos war sie nicht, seine Eifersucht, denn die Dame zog -natürlich auch nur tief im Innersten und selbstverständlich auch nur ganz heimlich- die Gesellschaft ihrer Fledermaus der ihres Mannes vor, denn Draculinchen wies sie niemals ungeduldig zurecht, machte ihr nie irgendwelche harten Vorwürfe und rief niemals,

–Nun stell dich doch nicht so an!-.

Das hätte er nie getan, nicht einmal, wenn er sprechen können hätte.

      Und da sich nun auf diese Weise alles zum Besten gewendet hatte, gibt es eigentlich kaum noch Weiteres zu erzählen. Draculinchen und die Dame verlebten ein ausgedehntes gemeinsames Happy End, wie es im Buche steht. Sie wurden zusammen alt und vielleicht auch ein ganz klein wenig eigenbrötlerisch. Draculinchen setzte das an, was einige euphemistischerweise als Wohlstandsairbag, Feinkostgewölbe oder Backhendlfriedhof bezeichnen, je nach Altersgruppe und geographischer Zugehörigkeit, und hätte schließlich tatsächlich noch seinem wahren Namen, ohne jegliches Diminutiv, alle Ehre gemacht. Auch die Dame nahm im Laufe der Zeit an Körperumfang zu, weil sie sich mittlerweile nicht mehr ständig in ruheloser Bewegung befand und mit der Fledermaus, die ständig an einer Strähne ihres inzwischen weiß gewordenen Haares baumelte, gab sie ein etwas skurriles Bild ab. Sie schrieb hartnäckig Berichte und Artikel über "Ökologische Insektenbekämpfung mittels Fledermaushaltung", die sie an Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsendungen verschickte, die aber nie ernst genommen und auch nirgends veröffentlicht wurden. Aber das machte der Dame im Grunde nicht viel aus. Sie ärgerte sich bloß zuweilen ein bisschen darüber, dass sie in ihrem Viertel als "die schrullige Alte mit der Fledermaus" legendär geworden war, vor allem deshalb, weil sie sich eigentlich noch gar nicht so alt fühlte.

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16 julio 2014

Las delicias del verano

     
      No espere el lector indulgente encontrar demasiados tópicos al uso en este escrito, ni prejuzgue en el mismo dulzuras que, a decir del título, puedan ser libadas. Va de ácido, o más bien de agridulce. Algo así como el gazpacho, que su sabor pica, pero resulta un buen refrigerio. Y es que hablar de los calores, sin estereotipos, tiene su enjundia.

       Para empezar, yo pienso que el calor también es clasista. Esta achicharrante humedad mediterránea no castiga a todos por igual ni con el mismo rasero. Quienes viajamos en el metro, en cualquier línea (no digo ya en la azul o la roja), hemos de sentirnos auténticos parias y desheredados. Vamos, lumpen esencial. Mientras, algunos terracean y doran sus pellejos bajo el tórrido Lorenzo (así llaman algunos castizos a mi sol). De otros, aun recién aseados -eso sí- con una apremiante ducha y cubiertos como Dios manda, sus ingles desprenden fragantes partículas que fieden. Haylos que retozan en piscinas privadas con golosas y lozanas carnes, todos suficientemente humedecidos y caldeados por todas sus partes, de modo particular en los bajos. Y lo hacen cuantos meses, días y horas les place. ¡Qué envidia!.

      Incomprensiblemente, a veces, y de una forma u otra, a casi todos les llega su penitencia. Miren, si no. El millonario codicioso no tiene más tiempo para sus codicias que no sea el estrictamente laboral. Luego, llegado el fin de semana, no se libra de atascos churruscantes, ni así se fundan, por efecto de los rayos solares, él y su coche. Incluso disponiendo de avioneta/s (aún no se ha generalizado el uso de ultraligeros y mochilas autopropulsadas), no es fácil la vida. Los accesos a aeródromos y aeropuertos están imposibles (es un decir, un eufemismo). Lo mejor es tener de todo en casa.

      Hay -no obstante- quienes, con independencia de la mayor o menor potestad, se lo organizan fetén. Por ejemplo, algún que otro jubilado clase media, con impronta urbana pero resuelto a vivir tras dejar por el camino más de media vida, no pasa tales agobios. Entre semana (para otros laborable) habita en la segunda residencia y baja a la gran urbe cuando riadas enteras la abandonan, quizá para gozar con más sosiego de los encantos que en ella encuentra. Van, para su dicha, contracorriente. Por tanto, aun siendo el calor clasista, que lo es, unos y otros pagan a distinto precio -eso sí- un ratito de delicia. Yo, particularmente, trabajaré hasta vacaciones (todo lo tranquilo que pueda), pero llegado el momento…., uy llegado el momento. Por avatares de la ruleta fortuna-infortunio (soy tan calamidad, que todo lo que tengo mío es heredado; y poco, no vayan Vds. a pensar…), quien esto escribe dispone de un refugio en tierras muy cristianas, donde todavía es posible el silencio, el jolgorio y hasta dormir en pleno agosto y en pleno golpe de calor. Allá voy.

      Y puesto que resulta poco práctico y de dudoso gusto una visión en exceso sarcástica de las vacaciones, será bueno extraer conclusiones útiles. Puede que sea deformación profesional, pero creo ser muy didáctico. Que “toquisqui” disfrute su ocio como guste, pero -de verdad- como guste. Si hay a quien le fascinen las colas, el abigarramiento de las playas, el hormigueo febril, las noches locas -uy- de discoteca y quién sabe qué más; allá cada cual. Este su servidor, por si no lo imaginan, también espera de sus vacaciones un quién sabe qué; pero alejado en lugares donde la masificación aún no ha llegado (espero que nunca llegue), donde las temperaturas -de termómetro- no derriten y donde la humedad interna y externa no sorbe el seso, sólo el seso; que para sorber con gusto ya tiene el seso parónimos. Cuántos eventos pueden ser posibles en un soto solitario, con sus chopos, sus tamarizas y el fluir todavía cristalino de unas aguas como confidentes de tus holganzas. Es un volver voluntario -un tantín breve, mas suficiente- a las raíces de uno (tan aquí de mi dentro). Con todo el gusto del mundo, en su sentido más amplio.


Fin


Los relatos sucintos del Diantre Malaquías

14 julio 2014

Lejos, aquel paraíso


Lejos, ondas argentinas
correrán silenciosas
hacia el ignoto beso eterno
entre el murmullo pensil
y amorosos susurros
del gigante Eolo
a la bella Oréade.

Todo duerme melancólico
sobre aquella ribera
donde ronronean las abejas
y juegan los enamorados
libando el jugo amoroso
de sus tiernos corazones.

Y cantarán los jilgueros
ufanos cánticos
perdidos en la densa hojarasca
de adolescentes acacias.

Ay, nítidas sombras
lechos de estivales siestas
¡cuánto lloro vuestra ausencia!
perdido como estoy
en el árido y gris desierto
de estructuras polifémicas
y ahogado en un mar de cemento.

BCN, SEPTIEMBRE DE 1975

Los Versos diantres del Diantre Malaquías.

09 julio 2014

Un enfoque psicológico de la sexualidad


La función sexual


      Sin duda, los primitivos pobladores de la Tierra no debían estar al corriente de los designios de Dios sobre la preservación de las especies. Con mentalidad científica, en el proceso de aproximación y maduración sexual del ser humano se intuyen fácilmente otros móviles. Debió ocurrir que una fuerte atracción entre seres en pricipio de distinto sexo (sin duda instintivo, heredable y susceptible de ser mejorado, tanto filogenética como ontogenéticamente) serviría de activador al proceso de “aproximaciones sucesivas” o “ensayo-error”. Por aproximaciones sucesivas al foco de placer, cada vez más certeras y gratificantes, debió llegarse al conocimiento del punto álgido de descongestión y satisfacción sexual a través del coito, que sin ningún género de dudas prometiéronse no dejar de buscar nunca más. El placer suele ser el mejor refuerzo y vehículo del saber. En lugar de la letra con sangre entra, la letra con risa entra mucho mejor. En las primeras relaciones sexuales hubo de primar más la satisfacción de una auténtica necesidad, que la procreación y la perpetuación de la especie. La toma de conciencia de esta última motivación, en principio vegetativa e intrínseca, por tanto inconsciente; es posterior y llegará con la abstracción, la racionalización y la expresión fenomenológica del hecho innato. Se sienta así la premisa que la sexualidad es instintiva y, con el tiempo, doblemente hedonista. ¿O es que acaso el saberse “perpetuado” no es otra forma, en ocasiones hasta retorcida, de placer?.

      Sucede, no obstante, que por exigencias sociales más o menos razonables o principios religiosos entelarañados, se ha dado con frecuencia una perspectiva distorsionada de la sexualidad. El enfoque religioso ha sido y es especialmente manipulador. Su objeto es controlar represivamente uno de los principales factores de liberación, cual es el sexo lúdico que, junto al librepensamiento, han sido siempre los mayores enemigos declarados de las religiones. En la prohibición de la contracepción no hay más lógica que la supervivencia de estas multinacionales de la redención (hay otras no religiosas pero igual de dañinas que también lo son). Superpoblar la Tierra más allá del alcance de sus riquezas derivará en más injusticias, más desheredados, más hanbrientos y, en definitiva, más carne a redimir y el subsiguiente aumento de la clientela a la que salvar. Por otra parte, a más reprimidos sexuales, más devotos de lo que sea. Está bien pensado. Pero también la sociedad nos atosiga por narices, ojos, oídos y cerebro entero con románticos valores “universales”. Tal el caso del amor colorista y por entregas, o el sentido “mágico” de la pareja (y tanto, porque el que puedan pagar la hipoteca entre los dos ya es pura magia), entre otros.

Disfunciones sexuales

      Antes de entrar en el campo del discernimiento entre lo normal y desviado es conveniente fijar responsabilidades. Las conductas sexuales llamadas desviadas, o son producto de impuestas disfunciones morfofisiológicas (con escasa significación estadística), o bien son los prejuicios culturales (mejor, inculturados y que se irán pergeñando) los generadores básicos, no ya de desviaciones inevitables, sino también de las mayores perversiones y aberraciones.
      Por fortuna para el sentido de tolerancia no hay un solo criterio de normalidad, sino varios. En nuestra cultura, y según un criterio llamémosle “socio-estadístico”, podría considerarse disfunción cualquier comportamiento sexual que excluya el placer por coito, canalizado éste -además- a través de una pareja relativamente estable y con apariencia de fidelidad. Porque, ¿acaso no se juzga y se sentencia (de forma particularmente cruel a la mujer) por una infidelidad hecha pública?. Sin embargo, definir un criterio de normalidad cualitativo y transcultural más equilibrado es complejo y necesitará de matices muy específicos. A ello voy.

      Sobre la pareja, ya se sabe que es una herencia de ancestros, la cual sin duda ha mostrado las suficientes bondades en el proceso adaptativo y perpetuador, pero no es un valor en sí misma. ¿O es que una pareja desequilibrada no es al menos tan peligrosa como el engendro marginal que pueda legarnos?. Una frígida por vaginismo podrá canalizar su sexualidad por vías que no le resulten traumáticas, aunque no sean las socialmente aceptadas, y no por eso su relación será más perversa que la de una pareja formal pero malsana. Las apariencias salvarán el honor social pero no la corrupción psíquica del núcleo relacional. Con perspectiva psicológica, podrán reprocharse las condiciones en las que se ha criado un homosexual o un afectado de impotencia por etiología psicológica, pero no tenemos derecho a juzgar y sancionar sus conductas de adulto cuando viven su estado en equilibrio personal y relacional; esto es -entre otras cosas- sin hacer daño a nadie. Después de todo, ellos no son los principales responsables de su situación. Tras la que sería una interminable lista de “desviaciones” y perversiones laten serios conflictos afectivos y de relación. Hipócritas de doble vida y doble moral que desconciertan la razón de sus hijos. Padres que por sus lacras (brutales, dominantes hasta el aniquilamiento de la personalidad del otro, ambivalentes, neuróticamente superprotectores, posesivos, con visión culpabilizadora de la sexualidad, etc.) son desquiciantes modelos. Hay tras todo ello, en última instancia, una total ausencia de formación e información, una inexistente o desenfocada educación sexual, un medio familiar coercitivo e impositor hasta el despotismo y, en casi todos los casos, una feroz represión sexual.

La necesidad de educación sexual

      Sé que resaltar el papel de la educación sexual es contribuir a su mitificación (nadie se cuestiona ni se ruboriza sobre la necesidad de educación viaria), pero dado que pesa sobre este tema una fuerte visión tabú retorcida y/o necia es preciso hacerlo. ¿Y cuándo debe comenzar?. Desde el primer aliento debe favorecerse en el niño el conocimiento natural (en función de su curiosidad) de la naturaleza de los sexos, la aceptación del propio con sentido de realidad y el respeto por el ajeno. En primer término señalaría que la sensualidad en las relaciones entre padres e hijos es un placer limpio, absolutamente legítimo y deseable (contactos cutáneos, amamantamiento, calor, etc.). Sexualidad no es sólo genitalidad, es además genitalidad, pero descubrir los genitales, explorarlos de forma congruente y sin represiones cuando la curiosidad lo demande, notar su utilidad y gozo llegado el momento, etc. ; sexualizará sin traumas. Y cuanto más definida tenga su sexualidad un ser, menos manipulable será, condición especialmente útil para las mujeres a las que por la sexualidad se las ha tenido en situaciones de inferioridad, y entiéndase esto sin caer en memeces de insustanciales “igualdades”, pues no somos iguales ni falta que hace. Debe evitarse asociar órganos genitales a suciedad o impureza, pues si bien se encuentran próximos a ciertas vías expurgatorias, no lo son más que otra descuidada parte del cuerpo. Unas y otras cumplen además funciones muy saludables. La educación sexual consistirá sobre todo en dar elementos de respuesta a la precoz curiosiosidad de los niños. Los órganos deben nombrarse justamente cuando dicha curiosidad lo exija (pene, vagina, etc.), pues la verbalización lleva al conocimiento y dominio. Incluso, y si viene a cuento pues tampoco se trata de discursear cual loros listillos, han de integrarse las acepciones más coloquiales y vulgares y los diferentes ámbitos y circunstancias en los que se emplean o pueden ser empleadas. A ciertas partes de los genitales femeninos como la vulva, los labios mayores y menores, etc.; también se les llama “coño” o “chichi”, por ejemplo. O debe explicársele cuando la coyuntura lo requiera que la expresión “hacer el amor” tiene el correspondiente vocablo, coloquial más que vulgar, en “follar” (entre otras muchas), término éste polisémico y connotativo donde los haya que posteriormente podrá ser utilizado de difentes formas, con diferentes intenciones y en diferentes contextos (por ejemplo, su uso como componente mórbido en las relaciones íntimas, o el despectivo “que te folle un pez”, etc). Todo esto el niño también debe saberlo de casa y no de la calle . Un discurso ambiguo, embrollado, contradictorio o siempre vulgarizado sobre el sexo desconcierta a los niños que no ignoran la importancia vital del tema, se sienten engañados y es entonces cuando empiezan a percibir el sexo con una gran carga tabú que a toda costa debe evitarse. Sin embargo tampoco es conveniente suprimir del todo la “carga tabú”, pues ésta envuelve el hecho de un cierto halo de misterio y morbo siempre muy deseable en las relaciones sexuales, pero de lo que en cualquier caso y en cualquier momento podamos hablar sin sonrojarnos más que un infernillo de antaño. Cuando a un niño se le responde de manera relajada y precisa nunca tendrá sentido de culpa y comprenderá que su curiosidad era legítima. Se evitará así también en gran medida desperdigar por el mundo a esa lacra de degenerados que lo son precisamente por no haberse seguido este tipo de pautas en su educación en general, la cual incluye la sexual. Y si las preguntas superan los conocimientos de los interrogados es antes más conveniente confesar la ignorancia que distorsionar o rehuir el discurso. ¿Por qué no hablar de sexo como de semáforos, o casi?.

      La educación sexual debe tener también un sitio en la escuela. Ésta debe reforzar el lenguaje adecuado y hacerlo común. Ella es la más indicada para dar una visión socio-cultural del incesto. Las clases mixtas, cargadas de tolerancia entre sexos y personas de opinión diferente (sin caer por mor de la falsa “igualdad” en el actual sexismo fantoche, de una estulticia a la que no se le conocen límites) fomentan enormemente una equilibrada educación sexual. Igualmente la existencia de monitores de ambos sexos, con visión complementaria e incluso contradictoria del problema son polos de identificación muy útiles. En las condiciones anteriores los niños aceptarán su cuerpo, su sexo, vivirán de acuerdo con él, respetarán el otro, no encontrarán en el placer culpa, etc. En definitiva, sentirán un gran equilibrio interior y un nivel de madurez integral propio de su edad, por supuesto, pero en verdad envidiable. ¿No es eso maravilloso? .

Fin

El mundo según el Diantre Malaquías

04 julio 2014

Al río Garona en sus orígenes


(Vado del río Tuerto en Santibáñez de la Isla. 
Foto de Serafín Pan Falagán)

Estampa dulce. 
Nostálgica estampa 
la del caballero sentado
a la vera del riachuelo.
Trémula corre la vida
por su entraña dichosa
y débil habla su cuerpo
de la grandeza infinita
de la pasión amorosa.

Ayer -susurraba el aire- 
ayer ignorabas la senda
de refrescantes caricias.
Ayer fluía el cristal 
sobre las mismas piedras
-repetía el sol- 
y tú muchacho ciego
vivías a oscuras
mostrabas tu excitación
con petulante orgullo. 
Ayer -cantaba el torrente-
ayer como cualquier día
fluyó tu figura conmigo
con mis formas 
hacia el incesante río.

Hoy viajamos juntos
por los inmensos mares.
Gota a gota sonreiremos
sobre el ayer olvidado
cuando dormías.

Les. Valle de Arán (Lleida). 
Verano de 1973

30 junio 2014

Razones psico-sociales del atractivo de los famosos



      Se dice en los ámbitos especializados que los medios de comunicación, otrora conocidos también por los “mass media”, son los instrumentos de control social por excelencia. No obstante, y aunque al respecto existan pocas dudas, conviene precisar tal afirmación, pues mi labor como “buceador” de la objetividad no ha de ser simplificar los contenidos, y sí hacer un análisis riguroso de los mismos. Sería absurdo, por tanto, presentar como ciertos tópicos radicalizados a su favor o en su contra. En efecto, son los “mass media” los que a través de la potenciación de una serie de valores como atractivo físico, popularidad, estatus económico (ostentación, lujo, comodidad desmedida, etc.), y otros; mitifican a una serie de personajes, presentándolos al mismo tiempo como modelos a imitar. Y hay en ello muchas veces un verdadero trueque en la jerarquía de valores, anteponiendo gratuitamente -por ejemplo- el estatus o el atractivo físico, al valor intelectual de las personas. Pero no es en el medio donde radica la presunta maldad (por más que muchas de sus producciones nos parezcan ridículas), sino más bien en la utilización que de él se haga y las consecuencias que de ello se deriven. Bajo esta perspectiva, los “mass media” serán una realidad más que habremos de tolerar y al mismo tiempo aprovechar. La cuestión es cómo afrontar las influencias que dichos medios ejercen sobre nosotros. Así, ni los “mass media” son manipuladores, embrutecedores, etc.; ni son la panacea de las sociedades modernas que forman y hasta elevan el nivel intelectual del receptor. No. Todo depende. Y depende siempre de la actitud de quienes reciben el bombardeo de información, dando por supuesto que hoy en día el estar informado es un bien.


      Las diferentes conductas que se pueden adoptar ante estos medios las podemos categorizar, siguiendo a David Riesman, en dos clases. Unas serían las propias de los individuos “introdeterminados”, entre cuyas preocupaciones están la seguridad material y la adaptación a las circunstancias de forma adecuada, tanto individual como socialmente organizados. Otras corresponderían a los “extradeterminados”, ocupados sobre todo en la adaptación a las otras personas (aunque afronten las propias circunstancias de forma precaria), en doblegarse sin autocrítica a las nuevas ideas y modas, en estar de acuerdo con la mayoría (“fundirse en la multitud”), etc. Todo ello con una actitud absolutamente tributaria de los medios de comunicación que los informan, forman y “deforman”; es decir, modelan y perfilan sus comportamientos de manera determinante.
Esta sociedad nos exige ser fundamentalmente “extradeterminados”, pues de otra forma perderíamos no sólo el sentido de realidad, sino también el de integridad para la supervivencia (aprovechar en beneficio propio lo que tales medios nos ofrecen), y así mismo el de modernidad en su sentido auténtico (no en su constreñido significado de “tecnología punta”). Sin embargo, entre las categorías reseñadas puede distinguirse una tipología de personajes cuyos comportamientos estarán más cerca de una u otra. Así, podemos hablar de individuos “racionalmente críticos”, de individuos “resentidamente críticos” y de los “acríticos” o papanatas. Los “racionalmente críticos” se caracterizan por un conformismo -o inconformismo- consciente y selectivo, expresado en conductas adaptativas, que no siempre querrá decir adaptadas. Serían los modelados con autorretoques, más bien “introdeterminados” y críticos. En el substrato psicoanalítico habría un yo-ideal realista. Los “resentidamente críticos”, o modelados a puñetazos -si se nos permite la figura-, son de un inconformismo resentido y radical. Se aferrarán a todo tipo de violencia, olvidando (muchas veces gravemente) que la supervivencia individual y cósmica pasa de forma ineludible por la sociabilidad y la tolerancia. En el transfondo psicológico habría un yo-ideal vengador, que actuaría de forma contraria o antitética a los modelos presentados por los medios. Se definirían también como los “extradeterminados contrainfluenciados”. Por último, nos referiremos a los “acríticos” o modelados sin autorretoques. Su principal rasgo es un conformismo "extradeterminado" y autodefensivo. Los manuales de Psicología Social dicen del conformista que se caracteriza por ser intelectualmente poco eficaz, poco maduro en sus relaciones sociales, más rígido y autoritario, así como más necesitado de aprobación social que el no conformista. La mayor preocupación del sujeto “acrítico” no es ya la inseguridad material (que también) o la adaptación a las circunstancias, sino la adaptación a las otras personas. Éstos son los más influenciables y, en general, suelen haberse creado la necesidad de aprobación social por la vía simplona de aparentar estatus similar al de los adulados, o bien de formar parte de grupos “in” o de corrillos políticos de grupos generalmente mayoritarios, donde no son sino simple número. Ellos son la viva expresión del abismal paso dado de la era de la producción, a la era del consumismo total e indiscriminado que les lleve -siempre- a ganar consideración y prestigio social. Y digo de su conformismo que es autodefensivo, por cuanto su escasa capacidad crítica, de iniciativa original y su deficiente capacitación global los convierte en individuos eternamente insatisfechos (frustrados, a pesar de su terreno y casita de campo), cuya identificación es a través de un yo-ideal iluso. Son la chusma. Ésa que acepta como bueno que le emplumen un estricto problema de algún político con la justicia, no siendo en absoluto ni responsables ni beneficiarios. O aquélla que se escandaliza de una pelea de lucha libre infantil consentida, y no sólo no mueve un dedo, sino que también desprecia a una heroinómana sin hogar. O ésa otra tan estúpida que juzga con regocijo un divorcio de cualquier “pavo” famoso y critica sarnosamente el de su vecino. O muchos de ésos otros que van detrás de pancartas con lemas que debieran importarles un pimiento (o la huerta entera), pues a la mayoría de oficiantes que se manifiestan no les traerá ventaja alguna. Por supuesto que hay excepciones, y éstas son algunos casos concretos donde las pancartas rezan lemas donde se reclaman salarios atrasados o donde se defiende un trabajo concreto, siempre y cuando -claro está- los sindicatos establecidos tengan un papel secundario, aunque anden de por medio. En fin, tantas otras expresiones de gregarismo insoportable….

      De lo expuesto hasta aquí deberá inducirse que es necesario encarar las influencias de los “mass media” con filtro “introdeterminador” y racionalizador. Se ha de ser críticos, constructivamente críticos hasta con la democracia, por cuanto nos ha demostrado -por ejemplo- que la justicia no es igual para todos. Por otra parte -no se olvide- quienes con más vehemencia griten incondicionalidades a su adulado, más limitados y hundidos en su miseria mental suelen ser, o llegado el momento serán los primeros en lanzar la primera piedra y en no socorrer al que con vilipendio cae de su pedestal. También conviene reflexionar sobre quién es más necio, el marginado que vocifera su drama en la calle, o el imbécil arrastrado que aparenta estatus, o dice formar parte de grupos “in” o de corrillos políticos. Entre el fariseo necesitado (de pasar necesidad, sin ser muerto de hambre), conformista e hipócrita; y la chusma violenta, ideologizada o no, me inclino por los últimos pues, con dignidad muchas veces, al menos vengan su drama. Al fin y al cabo, esta sociedad ha de recibir escarmiento y castigo de alguno de sus propios abortos. Y ellos pueden y deben despertar nuestra conciencia crítica, en estos tiempos drogada por un anestesiante sentido democrático, o por tanta tecnología punta.

Fin
El mundo según el Diantre Malaquías